Die Aktion rief ein unerwartetes, unglaubliches Medieninteresse im In- und Ausland hervor. Fast täglich kamen Anfragen von Redakteuren. Sogar der ORF interessierte sich für unsere kleine Stadt und brachte zwei Berichte über mein Vorhaben.

Als erste berichteten die NÖN von der Aktion, dann kam ein Bericht in der Kronen Zeitung, es folgte ein Interview bei Radio Arabella – das wurde einen ganzen Tag lang nach jeder Nachrichtensendung ausgestrahlt – dann ein Bericht in der Beilage von Krone und Kurier, dann wieder ein Radio Arabella Bericht, dann die Konatktaufnahme von Wolfgang Weitlaner und sein Online-Bericht in "Pressetext", vergangene Woche ein Bericht im Kurier, dazwischen Anfragen diverser Umweltmagazine ... in der nächsten Tips ein Bericht ... wenn die Presse so gut reagiert, dann ist das ein Zeichen dafür, dass das Thema top-interessant ist!

... und so sieht der "Standard" Wieselburgs Weg zur platiktaschenfreien Stadt:

Wieselburg hat vor drei Monaten die große Plastiksackerl-Freiheit ausgerufen – Die Umsetzung dieses Zieles ist freilich nicht so einfach – Im Landtag üben sich SPÖ und ÖVP derweilen im Antragstellen

Wieselburg/Wien - Das Ziel klingt ehrgeizig: "Optimal wäre es, die Plastiktaschen gänzlich und dauerhaft aus den Wieselburger Geschäften/Betrieben zu entfernen", heißt es in einer Resolution, die der Gemeinderat der SP-regierten niederösterreichischen Kleinstadt Ende vergangenen Jahres einstimmig beschlossen hat.

Ein Lokalaugenschein drei Monate später. Im Einkaufszentrum herrscht am Samstag reger Betrieb, die Wieselburger transportieren ihre Einkäufe nach wie vor in bunten Sackerln nach Hause. Bei kleinen Geschäften sei man durchaus erfolgreich gewesen, die großen Handelsketten seien allerdings schwerer zu überzeugen, räumt Umweltgemeinderätin Irene Weiß (SP) im Gespräch mit dem Standard ein: "Wir können ja Tchibo, Lidl oder Penny schlecht vorschreiben, dass sie keine Sackerln mehr verkaufen dürfen."

Das könnte nur der Umweltminister - an den die Stadt schon appelliert hat. Zu einem österreichweiten Plastiksackerlverbot konnte sich Nikolaus Berlakovich (ÖVP) noch nicht durchringen; das Ministerium startete Anfang März aber ein Pilotprojekt, in dessen Rahmen Sackerln aus biologisch abbaubaren Materialien in österreichischen Handelsketten eingeführt werden sollen.

Sackerlfrage beschäftigt auch Landtag

In Wieselburg versucht man einstweilen, "gute" Sackerl aus natürlichem Kunststoff ("Naku") an die Konsumenten zu bringen. Auf der Website www.mybagisnotplastic.at dokumentiert Umweltgemeinderätin Weiß, die sich zu der Aktion vom Film Plastic Planet inspirieren ließ, den unterschiedlichen Verfallsprozess zweier Sackerln: Jenes aus "richtigem" Kunststoff übersteht zehn Tage auf dem Komposthaufen völlig unbeschadet, das Naku-Produkt ist auf dem Vorher-nachher-Foto gänzlich verschwunden.

Der Spar-Markt im Einkaufszentrum verkauft die Naku-Sackerln um zehn Cent statt der Gratis-Obstsackerl; immerhin 1300 hätten in einem Monat den Besitzer gewechselt, sagt Weiß. Auch das große, natürliche Plastiksackerl schlägt mit 35 Cent deutlich mehr aufs Geldbörsel als die Papiertasche (24 Cent) oder die Plastiktasche (21 Cent).

Die Sackerlfrage beschäftigte Ende Februar auch den niederösterreichischen Landtag. Günther Leichtfried, Bürgermeister von Wieselburg und Klubobmann der Roten im Landtag, brachte gemeinsam mit den Grünen einen Antrag auf ein Plastiksackerlverbot ein. Die VP lehnte diesen ab, um postwendend ein "Verbot von nicht biologisch abbaubaren Kunststofftragetaschen aus fossilen Rohstoffen" zu fordern - und natürlich zu beschließen.

Der feine Unterschied

Der Unterschied zwischen den Ansinnen dürfte auch den Protokollführern der Landtagssitzung nicht ganz klar gewesen: "Der Resolutionsantrag betreffend Verbot von Plastiktaschen wurde abgelehnt, der Resolutionsantrag betreffend Plastiksackerlverbot wurde mit Mehrheit angenommen", hieß es in einer Aussendung nach der Sitzung.

SP-Umweltgemeinderätin Weiß sieht's gelassen: "Die ÖVP hat das abgeschmettert, weil anscheinend eine gute Idee nicht von woanders kommen kann. Aber mir ist das egal, Hauptsache es geht durch. Wir können uns bei Umweltfragen keine politischen Querelen mehr leisten."

Für das Land bringt derzeit Umweltlandesrat Stephan Pernkopf (VP) 50.000 biologisch abbaubare Sackerln unters niederösterreichische Volk, in erster Linie bei Märkten. Darin sollen sich Brot, Obst, Gemüse und Schwammerln sogar länger halten. Vielleicht machen Pernkopfs Sackerln auch in Wieselburg die Runde - die rote Stadt ist immerhin die Heimat des schwarzen Landesrates. (Andrea Heigl, DER STANDARD, Printausgabe, 7.4.2011)

Salzburger Nachrichten

Carina Rumpold auf der Webseite des Österreichischen Gemeindebundes

"My bag ist not plastic - Plastiksackerlfreie Gemeinde Wieselburg"

 

Mit diesem Spruch unterstützte Bundespräsident Heinz Fischer die Aktion "Plastiksackerlfreies Wieselburg". Der Plan könnte dank dem Enthusiasmus, mit dem Stadträtin Irene Weiß alle Bürger angesteckt hat, auch Wirklichkeit werden. Laut einer Resolution des Gemeinderates streben die Wieselburger an, die erste plastiksackerlfreie Gemeinde zu werden.

Wieselburg war 2010 ganze zehn Jahre eine Klimabündnisgemeinde. Aus Anlass dieses Jubiläums wollte sich Stadträtin Irene Weiß etwas Besonderes einfallen lassen. Als sie dann von ihrer Tochter das Buch zum Film "Plastic Planet" von Werner Boote geschenkt bekommen hat, wusste sie was zu tun war.

Bis zum 15. Oktober 2010 wollte sie für jeden Tag, den Wieselburg beim Klimabündnis war, eine Stofftasche sammeln - insgesamt immerhin 3.650 Stück.

Neben einem Weltrekordversuch wollte sie die Wieselburger/innen dazu motivieren über das Problem, dass jeder Mensch jährlich rund 300 Sackerl benutzt und diese nur zerfallen, aber nie verrotten, aufmerksam machen. 

 

Umweltfreundliche Sackerl aus der ganzen Welt 

Für ihr Engagement nutzte sie Online-Medien wie Facebook oder E-Mail um auch international Unterstützung zu bekommen. Ihr Hilferuf wurde mehr als gehört: Mehr als 4.300 Stoffsackerl wurden der Stadträtin im Laufe ihrer Sammelaktion zugeschickt. Ob nun die Partnergemeinde Kreiensen in Deutschland, Firmen, Umweltschutzorganisationen, Prominente oder die

Wieselburger selbst - alle waren im Stofftaschenfieber. Sogar Bundespräsident Heinz Fischer kreierte eine Tasche und stellte sie der Aktion zur Verfügung.

Aus der Idee wurde ein Weltrekordversuch, der klappte. Bei der Jubiläumsveranstaltung wurden schließlich alle Stofftaschen ausgestellt und die Taschen, die von Prominenten zur Verfügung gestellt wurden, konnten sogar gewonnen werden. Dabei kam ein Erlös von 500 Euro zusammen, der wiederum der Klimabündnisschule für Projekte zur Verfügung gestellt wurde.

Stadträtin Weiß verrät: "Auch die restlichen Stoffsackerl werden nicht gehortet, sondern bei Veranstaltungen wieder unter die Leute gebracht. Beispielsweise beim Bauernmarkt oder beim Weihnachtsmarkt wurden nur mehr unsere Stoffsackerl verwendet."

 

Unterstützung für Projekt aus Bevölkerung, Wirtschaft und Politik

Mittlerweile interessiert sich natürlich auch die Wirtschaft für die Aktion. Sieben Betriebe begeisterten sich für das Projekt und verwenden seither nur mehr Jute-, Stoff- oder sogenannte NaKu-Taschen (Naturkunststoff) für ihre Kunden. Selbst der örtliche Spar-Markt konnte durch eine Kooperation mit dem

Hersteller der NaKu-Sackerl dazu gebracht werden, nur mehr die abbaubaren Tascherln zu verwenden. Nicht nur in der Bevölkerung hat das Projekt Rückhalt, auch der gesamte Gemeinderat steht hinter der Stadträtin und ihrem Vorhaben. Am 7. Dezember 2010 unterzeichneten alle Gemeinderatsmitglieder die Resolution, bei der das Ziel, Wieselburg plastiksackerlfrei zu machen, vertraglich festgelegt wurde. Diese Resolution wurde auch an den Landeshauptmann, den Umweltminister und den zuständigen Landesrat geschickt.

 

Sogar deutsche Medien berichten über Wieselburgs Vorhaben

Trotz des enormen Medienechos, ist Stadträtin Weiß mit ihren Erfolgen noch lange nicht zufrieden, denn mittlerweile klopft schon der nächste sackerlfreie Betrieb an die Türe, nämlich eine Großfleischerei. Außerdem möchte sie bei weiteren Veranstaltungen ihre Stoffsackerln und die damit verbundene Idee unter die Leute bringen.

Nicht nur Wieselburg engagiert sich in Sachen Plastikfreiheit, sondern gerade durch das Beispiel Italiens, wo es ein Plastiksackerlverbot seit Anfang 2011 gibt, sind auch die Österreicher etwas zum Nachdenken gebracht worden. Oberösterreichs Umweltlandresrat Rudi Anschober will ebenso dem sinnlosen Verbrauch wertvoller Ressourcen den Kampf ansagen. Er fordert auch eine richtungsweisende Entscheidung der Politik und rechnet vor, dass bis Mitte 2012 auch ein Plastiksackerl-Verbot österreichweit möglich wäre. Wieselburg zeigt auf Gemeindeebene, was auch in ganz Österreich möglich wäre.

 

Veröffentlicht: 20. Jänner 2011

Autor: Carina Rumpold

Quelle: Redaktion, WZ, ORF.at

Rubriken: Bundesländer Nachrichten Politik Umwelt

 

Ausschnitt aus der Wieselburgerer Resolution: Ein Mensch verbraucht in einem Jahr

durchschnittlich 288 Plastiktaschen, die aus Erdöl gemacht werden. Eine Plastikflasche wird im

Durchschnitt nur eine halbe Stunde verwendet, braucht jedoch 300 bis 400 Jahre bis sie zu

einer Größe eines Sandkorns zerfällt - sie kann aber nicht biologisch abgebaut werden.

Insgesamt wird nur 1 Prozent der Plastiktaschen weltweit recycelt. Der Rest verteilt sich quer

über den Erdball, schwimmt in den Ozeanen der Welt oder wird verbrannt.

Es gibt viele Alternativen zum Plastiksackerl: Nicht nur Stoffsackerl oder Jutesackerl stellen eine

Alternative dar. Um die positiven Eigenschaften des Plastiksackerls wie Wasserdichtheit oder

Leichtigkeit weiterhin nutzen zu können, gibt es eine gute Alternative. Eine österreichische

Firma namens "NaKu" stellt alle Sackerl oder Plastikflaschen aus Naturkunststoff

(aus nachwachsenden Rohstoffen gerfertigt) her. Nach einem Versuch von Stadträtin Weiß, baut

sich dieses Sackerl innerhalb von zehn Tagen vollständig in der Erde ab. Sie sind also bestens

als Tragetaschen geeignet und wenn man sie nicht mehr braucht, kann man sie als

Biomüllsackerl noch einmal verwerten, bevor es wieder vollständig der Natur zurückgegeben

wird.

ORF - Konkret

Am 7.1.2011 berichtet der ORF 2 um 18:30 Uhr in der Sendung Konkret über Wieselburgs Weg zu einer plastiktaschenfreien Stadt.

Wiener Zeitung

Wieselburg soll die erste plastiktaschenfreie Gemeinde Österreichs werden - rot-grünes Wien will folgen

Eine Stadt ohne Plastiksackerl

 

Von Petra Tempfer

 
  • Rund 1,2 Millionen Sackerl jährlich sollen aus Wieselburg verbannt werden.
  • Wiens rot-grünes Regierungsabkommen enthält ebenfalls ein Plastiktaschen-Verbot.
  • Lebensministerium: "Verbot wäre Verstoß gegen das EU-Recht."
  • Wien. Vor rund 50 Jahren war es in Österreich eine Seltenheit und galt als die Errungenschaft des modernen Lebens schlechthin. Heute starten zahlreiche Initiativen, um es auf Nimmerwiedersehen verschwinden zu lassen: Das Plastiksackerl, das durchschnittlich eine halbe Stunde lang benutzt wird - und 400 Jahre braucht, um auf die Größe eines Sandkorns zu zerfallen. Verrottbar ist es nicht. 
Bei Großeinkäufen haben Plastiksackerl den Vorteil, dass sie reißfest und zumeist auch gratis sind. 

Um ein Zeichen dagegen zu setzen, hat sich die Stadt Wieselburg im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich zum Ziel gesetzt, die erste plastiktaschenfreie Gemeinde Österreichs zu werden. "Ein Mensch benützt rund 300 Sackerl im Jahr. Wieselburg hat 4000 Einwohner, was einen Verbrauch von 1,2 Millionen Sackerl jährlich ergibt", rechnet Umweltstadträtin Irene Weiß vor. Österreichweit sind es rund zwei Milliarden, wenn man ausschließlich von der erwachsenen Bevölkerung ausgeht. 

"An der Aktion in Wieselburg beteiligen sich immer mehr Wirtschaftstreibende, indem sie Jutetaschen oder Sackerl aus Mais- oder Kartoffelstärke statt Plastik anbieten", so Weiß gegenüber der "Wiener Zeitung". Die Geschäfte seien an einem Aufkleber auf der Eingangstür zu erkennen, der ihnen von der Gemeinde überreicht werde.

Finanziell gefördert

Mit dieser Idee ist Wieselburg nicht alleine. Auch Wien strebt ein Verbot von Plastiksackerl an - das rot-grüne Regierungsabkommen sieht sogar ein Verbot auf Bundesebene vor, wie Anita Voraberger, Sprecherin der Wiener Umweltstadträtin Ulrike Sima, betont. "Diese Art der Abfallvermeidung ist uns ein zentrales Anliegen. Daher fördern wir derartige Initiativen in Wien - rund 10.000 Euro haben wir schon dafür ausgegeben."

Voraberger spricht damit Ottakring und Neubau an, wo sich Kaufleute für ein flächendeckendes Angebot von Stoff- statt Plastiksackerl einsetzen. Der Verein "IG Kaufleute am Neubau" ist im Frühjahr sogar mit dem Umweltpreis der Stadt Wien, der von der Umweltschutzabteilung (MA22) vergeben wird, ausgezeichnet worden.

In der Neubaugasse, in der rund 120 Handelsbetriebe angesiedelt sind, hat der Verein bereits 40.000 Stoffsackerl verteilt. Noch sind diese gratis - die Tatsache, dass die Plastikvariante etwa in Supermärkten generell die billigere ist, erschwert die Überzeugungsarbeit bei den Kunden, so Projektleiter Walter Horak.

Ob ein Leben ohne Plastik als Konsument überhaupt möglich ist, will Nationalratsabgeordnete Christiane Brunner von den Grünen im Selbstversuch testen. Am Mittwoch hat sie diesen gestartet, zu Weihnachten soll er enden. Bereits im Sommer haben die Grünen einen Entschließungsantrag im Parlament eingebracht, in dem sie fordern, bis Jahresende ein Maßnahmenpaket gegen Kunststofftaschen zu schnüren. Beim Umweltausschuss im Oktober ist der Antrag jedoch vertagt worden.

"Das Verbot von Plastikverpackungen würde gegen die EU-Richtlinie verstoßen", meint das Lebensministerium dazu und nimmt dem Entschließungsantrag und dem Regierungsabkommen den Wind aus den Segeln. Die Richtlinie sehe vor, dass Verpackungen, die entweder stofflich oder thermisch verwertbar sind, jedenfalls auf den Markt gebracht werden dürfen - und Plastiktaschen erfüllten diese Anforderung.

Thermisch verwertbar

Von diesen werden laut Lebensministerium 95 Prozent ordnungsgemäß entsorgt: Drei von zehn würden stofflich recycled, der Rest thermisch. Die Österreicher sind hinsichtlich Mülltrennung Weltmeister, wie die heurige Bilanz nach 20 Jahren Abfallwirtschaftsgesetz ergab - die Verwertungsrate im Land liegt bei 96 Prozent.

Das Umweltbewusstsein müsse freilich weiter gestärkt werden. Das Lebensministerium begrüßt daher jegliche Initiativen, Alternativen zur Kunststofftasche verstärkt anzubieten oder Kunden darauf hinzuweisen, ein Sackerl mehrfach zu verwenden, um Müll zu vermeiden - das EU-Recht könne aber mit Sicherheit nicht gekippt werden.

"Plastiksackerl sind ökologisch viel besser als ihr Ruf", betont auch Johann Pummer vom Fachverband der Chemischen Industrie (Wirtschaftskammer Österreich) und geht sogar noch einen Schritt weiter. "Ein Sackerl hat einen Heizwert wie Heizöl. Wer Erdöl sinnvoll nutzen möchte, sollte also Kunststoff daraus machen", sagt Pummer. Überdies sei der Anteil der Plastiktaschen von einem Prozent am gesamten anfallenden Kunststoffmüll verschwindend klein.

In anderen Ländern der EU sucht man dennoch ebenfalls nach Wegen, die Zahl der Plastiksackerl zu reduzieren. So wird etwa in Irland eine Steuer von 22 Cent pro Sackerl eingehoben, die Umweltprojekten zugute kommt. In Großbritannien wiederum dürfen seit dem Vorjahr Kunststofftaschen nicht mehr gratis angeboten werden.

Das Gleiche gilt für Südafrika - hier wird ein Verstoß allerdings mit einer Geld- oder Gefängnisstrafe geahndet. In Bangladesch dürfen seit zehn Jahren gar keine Kunststofftaschen mehr verwendet werden, weil hier das Müllproblem so groß ist, dass die Sackerl während des Monsunregens die Abwasserkanäle verstopfen.

 

Heute

Nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Satte 90 Millionen Kunststofftaschen können gespart werden. Mehr als 4300 bunte Jutetaschen bringen Braustadt nun auch ins berühmte Guinness Buch der Rekorde.

Die Latte liegt hoch: Umweltstadträtin Irene Weiß (SP) möchte aus der Stadt Wieselburg (Bez. Scheibbs) die Plastiksackerl verbannen! In Summe rund 90 Millionen! Sehr ambitioniert, aber nicht unerreichbar: Zahlreiche Wirtschaftstreibende machen unter dem altbekannten Motto „Jute statt Plastik“ bereits mit, Prominente haben Stofftaschen designt und mit mehr als 4300 aus aller Herren Länder gesammelten steht auch ein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde bevor.

Für Weiß ist das Ziel “plastiktaschenfreie Gemeinde” kein billiger Gag: „Knapp 300 Plastiksackerl benützt der Mensch im Jahr. Wieselburg hat 4000 Einwohner, die im Schnitt 75 Jahre alt werden. Macht also rund 90 Millionen Sackerl!“

Mit ihrer Idee steht die Mostviertlerin nicht alleine da: In verschiedenen Teilen der Welt sind Plastiktaschen bereits verboten. Kein Wunder, wird ein Sackerl im Schnitt doch nur eine halbe Stunde verwendet, benötigt aber 400 Jahre, um auf die Größe eines Sandkorns zu zerfallen. Nachdem es Weiß gelungen ist, Promis wie Chris Lohner, Alfred Dorfer oder Bundespräsident Heinz Fischer zum Designen von Stofftaschen zu bewegen, unterstützen auch zahlreiche Unternehmen ihre Idee. Auch der Bauernmarkt in der Mankerstraße wird demnächst ganz bio sein.

Karl Müllauer

... und noch ein Presselink

... unter dem folgenden Link findet ihr einen Artikel von "biokontakte" – eine wirklich informative Seite.

http://www.biokontakte.com/artikel/recyling-entsorgung/klimafest-wieselburg